Alles, was man wissen muss, um ein Noten-Buchstaben-Rätsel zu lösen – von den sieben Grundtönen bis zu den Vorzeichen.
Jede Note hat einen Namen, und dieser Name ist ein Buchstabe. Im deutschen Sprachraum gibt es sieben Grundtöne, die sich immer wiederholen:
C D E F G A H
Nach dem H beginnt die Reihe wieder von vorn mit C – nur eine Oktave höher. Genau diese sieben Buchstaben sind es, die ein Notenrätsel überhaupt möglich machen: Steht in einem Wort ein C, D, E, F, G, A oder H, lässt es sich als Note aufschreiben. Alle übrigen Buchstaben – etwa R, S, T oder N – haben keinen Ton und müssen im Klartext danebenstehen.
Wer englische oder französische Noten kennt, stolpert hier: Dort heißt derselbe Ton schlicht B. Der Unterschied ist ein historischer Zufall aus dem Mittelalter.
Spätestens im 11. Jahrhundert, zur Zeit Guidos von Arezzo, spaltete sich der Ton B in zwei Varianten auf: das b rotundum („rundes b“, auch b molle) für die tiefere und das b quadratum („quadratisches b“, auch b durum) für die höhere Lesart. Aus dem runden Zeichen wurde unser heutiges ♭, aus dem eckigen das Auflösungszeichen ♮ – und übrigens auch das Kreuz ♯.
Wie daraus im deutschsprachigen Raum ausgerechnet ein H wurde, ist nicht restlos geklärt. Die am besten belegte Erklärung führt über die deutsche Orgeltabulatur, eine Notationsform aus Tonbuchstaben, die bis ins 18. Jahrhundert in Gebrauch war: Dort markierte man das b quadratum, indem man dem Buchstaben rechts einen kleinen Bogen anhängte – wodurch er einem h zum Verwechseln ähnlich sah. Ein frühes Beispiel findet sich in Conrad Paumanns Fundamentum organisandi im Lochamer Liederbuch von 1452. Eine zweite verbreitete Erklärung verweist auf den Buchdruck des 16. Jahrhunderts, wo vielen Druckereien schlicht die Type für das Zeichen ♮ fehlte und man sich mit einem h behalf.
Die oft erzählte Version, das H sei direkt aus dem gedruckten oder handschriftlichen Notensymbol des b quadratum hervorgegangen, gilt dagegen als Irrtum. Wie auch immer der Weg genau verlief – das Ergebnis ist eindeutig:
Für das Rätsel ist das ein Glücksfall: Weil sowohl H als auch B einen eigenen Ton bezeichnen, sind acht statt nur sieben Buchstaben direkt darstellbar.
Zwischen den Grundtönen liegen Halbtöne. Sie bekommen keinen neuen Buchstaben, sondern ein Vorzeichen vor der Note – und damit eine Endung im Namen. Die Endung -is ist übrigens eine Verkürzung des griechischen Wortes diesis, das schon in der Antike einen Halbton bezeichnete.
| Note | Name | Note | Name |
|---|---|---|---|
| C♯ | Cis | G♯ | Gis |
| D♯ | Dis | A♯ | Ais |
| F♯ | Fis |
| Note | Name | Note | Name |
|---|---|---|---|
| D♭ | Des | A♭ | As |
| E♭ | Es | H♭ | B |
| G♭ | Ges |
Drei Namen fallen aus dem Muster: Aus Aes wurde As, aus Ees wurde Es, und aus Hes wurde schlicht B. Der Grund ist Bequemlichkeit – die kurzen Formen sprechen sich leichter.
Und genau hier wird das Rätsel interessant: Ein Notenname wie Ges besteht aus drei Buchstaben, ist aber nur eine Note. Im Wort „Geschenk“ lässt sich also G-E-S auf einen Schlag als eine einzige Note mit b-Vorzeichen schreiben – übrig bleiben nur noch C, H, E, N und K. Wer beim Formulieren auf solche Silben achtet, bekommt deutlich mehr Noten ins Rätsel.
Der Violinschlüssel steht am Anfang der Notenzeile und legt fest, welche Note auf welcher Linie liegt. Er heißt auch G-Schlüssel, weil seine Spirale genau die Linie umkreist, auf der das G liegt. Er wird für hohe Stimmen und Instrumente verwendet – Geige, Flöte, rechte Hand am Klavier.
Von unten nach oben liegen auf den fünf Linien die Töne:
E G H D F
In den vier Zwischenräumen dazwischen:
F A C E
Merkhilfe: Für die Linien kann man sich einen Satz bauen, dessen Wörter mit E, G, H, D und F beginnen – zum Beispiel „Ein gutes Huhn dankt freundlich“. Die Zwischenräume ergeben von unten gelesen ohnehin schon ein Wort: FACE.
Der Bassschlüssel wird für tiefe Stimmen und Instrumente benutzt – Cello, Posaune, linke Hand am Klavier. Er heißt auch F-Schlüssel: Seine beiden Punkte umschließen die Linie, auf der das F liegt.
Dieselben fünf Linien bedeuten hier völlig andere Töne. Von unten nach oben:
G H D F A
Und in den Zwischenräumen:
A C E G
Deshalb lässt sich im Rätsel jede Zeile einzeln umschalten: Dasselbe Wort sieht im Bassschlüssel völlig anders aus – eine hübsche Zusatzhürde für geübtere Löser.
Was passiert mit Tönen, die ober- oder unterhalb der fünf Linien liegen? Sie bekommen kurze Hilfslinien – kleine Striche, die das Liniensystem nur für diese eine Note verlängern. Im Violinschlüssel betrifft das zum Beispiel das C direkt unterhalb der untersten Linie, im Rätsel also jedes C.
Nimmt man all das zusammen, ist die Regel einfach:
Wer selbst einen Text ausprobieren möchte: Das Noten-Buchstaben-Rätsel zeigt sofort, wie viel Prozent eines Satzes sich als Noten schreiben lassen – und liefert das fertige Notenblatt zum Ausdrucken.
Die musikhistorischen Angaben auf dieser Seite stützen sich auf:
Die übrigen Inhalte – Notennamen, Linienbelegung und die Regeln des Rätsels – sind allgemeines musikalisches Grundwissen und hier in eigenen Worten zusammengestellt.