Pausenzeichen erklärt

Stille ist in der Musik kein Nichts, sondern wird genauso genau aufgeschrieben wie ein Ton. Zu jedem Notenwert gehört ein Pausenzeichen gleicher Dauer.

Pausen werden mitgezählt

Der häufigste Anfängerfehler ist, Pausen zu überspringen. Eine Pause ist aber Teil des Taktes und beansprucht ihre Zeit genau wie eine Note. Wer im 4/4-Takt eine Viertelpause übergeht, kommt einen Schlag zu früh – und aus dem Zusammenspiel heraus. Bewährt hat sich, während der Pause innerlich weiterzuzählen oder den Takt leise mitzuklopfen.

Musikalisch sind Pausen alles andere als Leerstellen. Sie geben einer Melodie Atem, lassen einen Schlussakkord nachklingen und bauen Spannung auf. Ein Einsatz nach einer Pause wirkt stärker als einer, der aus dem Klang heraus beginnt.

Die Formen und ihre Dauer

PauseAussehenDauer in Vierteln
Ganze Pausekleiner Balken, hängt unter der zweiten Linie von oben4
Halbe Pausekleiner Balken, sitzt auf der mittleren Linie2
Viertelpausesenkrechtes Zickzack1
AchtelpauseSchrägstrich mit einem Häkchen½
SechzehntelpauseSchrägstrich mit zwei Häkchen¼

Hängt oder sitzt? Die wichtigste Unterscheidung

Ganze und halbe Pause sehen fast gleich aus: beide ein kleiner ausgefüllter Balken. Unterschieden werden sie allein durch ihre Lage zur Linie:

Eselsbrücke: Die ganze Pause ist die schwerere von beiden – sie dauert doppelt so lang und hängt deshalb nach unten. Die leichtere halbe Pause liegt oben auf der Linie.

Die Ganztaktpause

Eine Besonderheit: Steht die ganze Pause allein in einem Takt, bedeutet sie „dieser Takt schweigt vollständig“ – unabhängig von der Taktart. Im 3/4-Takt dauert sie dann drei Viertel, im 2/4-Takt zwei, obwohl das Zeichen sonst für vier Viertel steht. Man nennt sie in dieser Rolle Ganztaktpause.

Schweigt eine Stimme mehrere Takte am Stück, fasst man das in Orchester- und Chorstimmen zu einer Mehrtaktpause zusammen: ein dicker waagerechter Balken mit einer Zahl darüber, die die Anzahl der Takte nennt. Das spart Platz und macht das Mitzählen einfacher.

Punktierte Pausen

Wie bei Noten verlängert ein Punkt auch bei Pausen um die Hälfte des Werts. Eine punktierte Viertelpause dauert also anderthalb Viertel, eine punktierte halbe Pause drei Viertel. In Taktarten wie 6/8, in denen sich alles in Dreiergruppen ordnet, begegnet man punktierten Pausen häufig.

Wo Pausen im Takt stehen

Pausen werden so notiert, dass die Gliederung des Taktes sichtbar bleibt. Statt einer halben Pause quer über die Taktmitte schreibt man lieber zwei Viertelpausen, wenn dadurch die Zählzeiten klarer hervortreten. Diese Regel wirkt auf den ersten Blick pedantisch, hilft aber enorm beim Blattspiel: Das Auge erkennt die Schläge sofort, statt sie ausrechnen zu müssen.

Aus demselben Grund vermeidet man Pausen, die über die Taktmitte hinweggehen. Der 4/4-Takt zerfällt beim Lesen in zwei Hälften – und diese Grenze soll auch in der Schreibweise sichtbar bleiben.

Pausen im Noten-Rätsel

Im Noten-Buchstaben-Rätsel übernehmen Pausen eine praktische Aufgabe: Sie markieren die Zwischenräume zwischen den Wörtern. In der Seitenleiste lässt sich wählen, ob dort eine halbe Pause, eine ganze Pause, eine gestrichelte Trennlinie oder gar nichts erscheint. Voreingestellt ist die Trennlinie, weil sie am wenigsten mit den Noten verwechselt wird – wer die Pausenzeichen aber gerade übt, stellt am besten auf eine echte Pause um.

Die passenden Notenwerte zu den Pausen stehen auf der Seite Notenwerte und Taktarten, wo sich das auch gleich üben lässt. Ein Überblick über die gesamte Notenschrift findet sich auf Noten lernen.